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{{Infobox Bundesland
| NAME = Land Nordrhein-Westfalen
| BILD-FLAGGE = Flag of North Rhine-Westphalia.svgborder
| ARTIKEL-FLAGGE = Flagge Nordrhein-Westfalens
| BILD-FLAGGE-RAHMEN = nein
| FLAGGE-OPT = Landesflagge
| BILD-WAPPEN = Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg
| BILD-WAPPEN-BREITE = 110px
| ARTIKEL-WAPPEN = Wappen Nordrhein-Westfalens
| WAPPEN-OPT = Landeswappen
| SPRACHE = Deutsch,
| LANDESHAUPTSTADT = Düsseldorf
| FLÄCHE = 34.110,26
| EINWOHNER =
| BEV-DICHTE =
| BIP = 691,52?Mrd.?EUR?<small>(1.)</small> <small>(2017)</small>
| ARBEITSLOSENQUOTE =
| GRÜNDUNG = 23. August 1946<ref name="V46"></ref>
| STAATSFORM = parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat eines Bundesstaates
| SCHULDEN = 167,806?Mrd.?EUR
<small>(31.?Dezember?2018)</small>
| ISO 3166-2 = DE-NW
| WWW = www.land.nrw
| MINISTER = Ministerpräsident
Armin Laschet (CDU)
| LANDTAGSPRÄSIDENT = Landtagspräsident
André Kuper (CDU)
| REGPARTEI = CDU und FDP
| SITZGRAFIKLANDTAG = Sitzverteilung des 17. Landtags:
{{Sitzverteilung
| Breite = 0.9
| Land = DE
|SPD|GRÜNE|CDU|FDP|fraktionslos|AfD
| SPD = 69
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| AfD = 13
}}
| SITZLANDTAG = Von 199 Sitzen entfallen auf:

| LWAHL = 14. Mai 2017
| NWAHL = ''voraussichtlich im Mai 2022''
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| BILD-LAGE =
| BILD1 = North Rhine-Westphalia topographic map 01V.svg
| BILD2 = Nordrhein-Westfalen, administrative divisions - de - colored.svg
| BILD2-IMAGEMAP = Imagemap Nordrhein-Westfalen2
}}

'''Nordrhein-Westfalen''' (</ref>) ist ein Land und eine parlamentarische Republik im Westen der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf, die einwohnerreichste Stadt ist Köln.

Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Nordosten an Niedersachsen, im Südosten an Hessen, im Süden an Rheinland-Pfalz sowie im Westen an die belgische Provinz Lüttich sowie an die niederländischen Provinzen Limburg, Gelderland und Overijssel. Mit rund Millionen Einwohnern ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste, flächenbezogen mit rund 34.100?Quadratkilometern das viertgrößte deutsche Land. 30 der 81 deutschen Großstädte liegen in seinem stark urbanisierten Gebiet. Die Metropolregion Rhein-Ruhr im Zentrum des Landes ist mit rund zehn Millionen Bewohnern einer der 30 größten Ballungsräume der Welt und zentraler Teil der am stärksten verdichteten Region Europas, der ?Blauen Banane?.

Den nördlichen Teil des Ballungsraums Rhein-Ruhr bildet das stark verstädterte Ruhrgebiet mit den Zentren Dortmund, Essen, Duisburg und Bochum. Dessen wirtschaftlicher Aufstieg basierte im frühen 19.?Jahrhundert auf der Industrialisierung und der Montanindustrie, insbesondere dem Erz- und Kohlebergbau. Seit dem Rückgang des Bergbaus ab den 1960er Jahren vollzieht sich dort ein bis heute andauernder Strukturwandel hin zu einer Dienstleistungs- und Technologiewirtschaft, welcher durch subventionierte Großprojekte wie RUHR.2010 ? Kulturhauptstadt Europas begleitet wird. Bis heute ist die Wirtschaftsstruktur Nordrhein-Westfalens durch altindustrielle Schlüsselindustrien geprägt, jedoch existiert im Ganzen eine diversifizierte Wirtschaft. Mit einem Anteil von rund 22 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt ist Nordrhein-Westfalen das Land mit der höchsten Wirtschaftsleistung.

Das Land Nordrhein-Westfalen wurde 1946 von der britischen Besatzungsmacht aus der preußischen Provinz Westfalen und dem Nordteil der ebenfalls preußischen Rheinprovinz (Nordrhein) errichtet und 1947 um das Land Lippe erweitert.<ref name="V46" />

Kulturell ist Nordrhein-Westfalen kein einheitlicher Raum; besonders zwischen dem Landesteil Rheinland einerseits und den Landesteilen Westfalen und Lippe andererseits bestehen deutliche Unterschiede. Bedeutende Bildungs- und Forschungsstätten im Land sind 14 öffentlich-rechtliche Universitäten, 16 öffentlich-rechtliche Fachhochschulen, sieben staatliche Kunst- und Musikhochschulen, 28 anerkannte private und kirchliche Hochschulen mit Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen sowie fünf Verwaltungshochschulen, das Forschungszentrum Jülich, die NRW Graduate Schools und das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt).

Geographie

Nordrhein-Westfalen liegt im Westen der Bundesrepublik Deutschland und grenzt im Uhrzeigersinn an Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Belgien und die Niederlande. Die Ausdehnung des Landes beträgt von Südwest bis Nordost rund 260?Kilometer. Der Norden des Landes liegt in der Norddeutschen Tiefebene und gliedert sich grob in die Westfälische Bucht, die von den Flüssen Lippe, Ems und Ruhr durchflossen wird, und das Niederrheinische Tiefland beidseitig des Rheins, der der größte Fluss des Landes (und zugleich Deutschlands) ist. Der tiefste Punkt liegt bei </ref>

Das Klima Nordrhein-Westfalens weist relativ ausgeglichene Temperatur- und Niederschlagsgänge auf. Die mittleren Jahrestemperaturen betragen abhängig von der Höhenlage zwischen 5?°C und 10?°C. Die jährlichen Niederschläge liegen zwischen 600?Millimeter im Tiefland und 1400?Millimeter in den Mittelgebirgen.

Geschichte

Kraft im Jahr 1947 war der heutige territoriale Zuschnitt erreicht.

Auf seinem Staatsgebiet ist Nordrhein-Westfalen in die Rechtsnachfolge des Freistaats Preußen eingetreten. Im Gegensatz zu einigen anderen deutschen Ländern gab es für Nordrhein-Westfalen als Ganzes keinen stark identitätsstiftenden Vorgängerstaat. Bei der Staatsgründung Nordrhein-Westfalens stand auch nicht der Gedanke einer Zusammenführung homogener Gebiete, sondern der Wunsch der britischen Regierung im Vordergrund, das Ruhrgebiet und seine bedeutenden industriellen Ressourcen als Ganzes in ein Land einzubetten.

1949 gründete Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit anderen Ländern die Bundesrepublik Deutschland. Größte Herausforderungen in der Nachkriegszeit waren der Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes und der Aufbau eines demokratischen Staatswesens. Insbesondere als Folge des Niedergangs der Montanindustrie in Folge von Kohle- und Stahlkrisen sowie des Trends zur Tertiarisierung entwickelte sich die Gestaltung des notwendigen Strukturwandels zu einem zentralen Thema der Landespolitik.

Von 1966 bis 1976 kam es zu einer kommunalen Gebietsreform, wodurch die Anzahl der kreisfreien Städte, kreisangehörigen Gemeinden und Kreise verringert wurde. Die Anzahl der Regierungsbezirke wurde von 6 auf 5 Bezirke verringert. Der ehemalige Regierungsbezirk Aachen wurde mit dem Regierungsbezirk Köln zum neuen Regierungsbezirk Köln zusammengelegt.

Bonn war von 1949 bis 1990 Hauptstadt, noch bis 1999 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland und beherbergt auch heute noch zahlreiche Bundesbehörden.

Politik und Verwaltung

Nordrhein-Westfalen ist gemäß dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Gemäß seiner Verfassung ist das Land nach den Grundsätzen eines republikanischen, sozialen und demokratischen Rechtsstaats organisiert. Die Legislative liegt maßgeblich beim vom Wahlvolk für die Dauer von fünf Jahren gewählten Landtag. Elemente direkter Demokratie spielen in der Praxis kaum eine Rolle. Seit 2017 tragen CDU und FDP die Landesregierung. Die Exekutive, welche parlamentsgebunden ist, wird vom Ministerpräsidenten geleitet ? seit dem 27. Juni 2017 von Armin Laschet (CDU). Die Landesverwaltung ist der Landesregierung nachgeordnet. Die Bezirksregierungen für die Regierungsbezirke Düsseldorf, Köln, Münster, Detmold und Arnsberg sind eine mittlere Ebene der Landesverwaltung. Die Landesverfassungsgerichtsbarkeit liegt beim Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen. Aufgrund seiner Teilsouveränität kann Nordrhein-Westfalen als beschränktes staatliches Völkerrechtssubjekt auf bestimmten Gebieten völkerrechtliche Verträge abschließen. Über den Bundesrat wirkt das Land an der bundesstaatlichen Gesetzgebung und an Angelegenheiten der Europäischen Union mit. Bonn ist als Bundesstadt Sitz zahlreicher Einrichtungen des Bundes, außerdem Standort verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen.

Die Städte und Gemeinden des Landes haben das Recht zur kommunalen Selbstverwaltung und übernehmen Aufgaben der Landesverwaltung im Auftrag des Landes oder im Wege der Organleihe. Auf kommunaler Ebene gliedert sich das Land Nordrhein-Westfalen in 30 Kreise und eine Städteregion. Die Kreise und die Städteregion umfassen 374 kreisangehörige (regionsangehörige) Gemeinden und Städte. Daneben bestehen in Nordrhein-Westfalen 22 kreisfreie Städte. Die Stadt Aachen ist sowohl kreisfrei als auch Teil der Städteregion Aachen. Insgesamt gliedert sich das Land damit in 396 Gemeinden. Das Land hat 29 Großstädte. Besondere Bedeutung im kulturellen und sozialen Bereich sowie für weitere Aufgaben der Kommunalverwaltung haben die beiden Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen, sowie weitere Kommunalverbände wie etwa der Regionalverband Ruhr oder der Landesverband Lippe. Nachfolgend die Gliederung des Landes in Regierungsbezirke und zugehörige Kreise und kreisfreie Städte (kreisfreie Städte kursiv):

{| class="wikitable zebra"
|-
! Regierungs-64bezirk || Kreise, Städteregionen und ''kreisfreie Städte'' || Einwohner || Fläche
(km²) || Bevölkerungsdichte
(Einwohner je km²)
|-
| Arnsberg || ''Bochum'', ''Dortmund'', Ennepe-Ruhr-Kreis, ''Hagen'', ''Hamm'', ''Herne'', Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest, Unna
| 3.597.297 || 8011 || 449
|-
| Detmold || ''Bielefeld'', Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke, Paderborn || 2.057.996 || 6525 || 315
|-
| Düsseldorf || ''Duisburg'', ''Düsseldorf'', ''Essen'', Kleve, ''Krefeld'', Mettmann, ''Mönchengladbach'', ''Mülheim an der Ruhr'', ''Oberhausen'', ''Remscheid'', Rhein-Kreis Neuss, ''Solingen'', Viersen, Wesel, ''Wuppertal''
| 5.173.623 || 5292 || 978
|-
| Köln || Aachen <small>(Städteregion)</small>, ''Bonn'', Düren, Euskirchen, Heinsberg, ''Köln'', ''Leverkusen'', Oberbergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis
| 4.422.371 || 7364 || 601
|-
| Münster || Borken, ''Bottrop'', Coesfeld, ''Gelsenkirchen'', ''Münster'', Recklinghausen, Steinfurt, Warendorf || 2.614.229 || 6917 || 378
|}

Bevölkerung

Demografie

Das Land Nordrhein-Westfalen hat </ref>.

{| class="toptextcells" style="text-align:right;"
|-
|{| class="wikitable zebra"
|-
! Jahr || Einwohner
|-
| 1930 || 11.407.000
|-
| 1940 || 12.059.000
|-
| 1950 || 12.926.000
|-
| 1955 || 14.442.000
|-
| 1960 || 15.694.000
|-
| 1965 || 16.619.450
|-
| 1970 || 17.033.651
|-
|}
|{| class="wikitable zebra"
|-
! Jahr || Einwohner
|-
| 1975 || 17.129.200
|-
| 1980 || 17.057.488
|-
| 1985 || 16.674.001
|-
| 1990 || 17.349.651
|-
| 1995 || 17.893.045
|-
| 2000 || 18.009.865
|-
| 2001 || 18.052.092
|-
|}
|{| class="wikitable zebra"
|-
! Jahr || Einwohner
|-
| 2002 || 18.076.355
|-
| 2003 || 18.079.686
|-
| 2004 || 18.075.352
|-
| 2005 || 18.058.105
|-
| 2006 || 18.028.745
|-
| 2007 || 17.996.621
|-
| 2008 || 17.933.064
|-
|}
|{| class="wikitable zebra"
|-
! Jahr || Einwohner
|-
| 2009 || 17.872.763
|-
| 2010 || 17.845.154
|-
| 2011 || 17.841.956
|-
| 2012 || 17.848.113
|-
| 2013 || 17.571.856
|-
| 2014 || 17.638.098
|-
| 2015 || 17.865.516
|-
|}
|

{| class="wikitable zebra"
|-
! Jahr || Einwohner
|-
| 2016 || 17.890.100
|-
| 2017 || 17.912.134
|-
| 2018 || 17.932.651
|-
|}
|}

2006 beträgt der Anteil der über 65-Jährigen rund 19,7 Prozent (1950: 8,8 Prozent). Der Anteil der unter 15-Jährigen beträgt 2006 noch 14,7 Prozent (1950: 22,6 Prozent).

2006 gab es im Land rund 8,5 Millionen Haushalte. Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt demnach 2,12 Personen. In 37 Prozent dieser Haushalte wohnt allerdings nur eine Person. Noch 1950 betrug die durchschnittliche Haushaltsgröße über 3 Personen. Der Anteil der Einpersonenhaushalte betrug 1950 nur 16,9 Prozent.

2006 hatte Nordrhein-Westfalen mit 1,36 Kindern je Frau die dritthöchste Fertilitätsrate unter den Ländern Deutschlands. 2007 stieg dieser Wert auf 1,39. Jedoch gibt es starke regionale Unterschiede. Vergleichsweise hohe Werte von über 1,5 finden sich im Norden und Osten des Landes. Den Spitzenplatz nimmt der Kreis Lippe mit 1,61 (2007) ein. Niedrige Werte finden sich im Ruhrgebiet, z.?B. Bochum mit 1,15 oder Dortmund mit 1,33. Den höchsten Wert im Ruhrgebiet hat Duisburg mit 1,45. Remscheid ist die kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen mit der höchsten Fertilitätsrate, 1,56. Sehr niedrige Werte weisen die Landeshauptstadt Düsseldorf mit 1,29 und die bevölkerungsreichste Stadt Köln mit 1,26 auf.

Migration

{| class="wikitable zebra float-right" style="text-align:right;"
|+ Größte Ausländergruppen in Nordrhein-Westfalen 2016
|-
! Rang !! Staatsangehörigkeit !! Anzahl
|-
| 1 ||style="text-align:left;"| || 501.035
|-
| 2 ||style="text-align:left;"| || 210.470
|-
| 3 ||style="text-align:left;"| || 174.020
|-
| 4 ||style="text-align:left;"| || 139.220
|-
| 5 ||style="text-align:left;"| || 102.245
|-
| 6 ||style="text-align:left;"| || 98.350
|-
| 7 ||style="text-align:left;"| || 72.570
|-
| 8 ||style="text-align:left;"| || 71.265
|-
| 9 ||style="text-align:left;"| || 65.435
|-
| 10 ||style="text-align:left;"| || 60.105
|-
| 11 ||style="text-align:left;"| || 54.480
|-
| 12 ||style="text-align:left;"| || 51.785
|}

2014 betrug der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund (registrierte Einwohner mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit oder außerhalb Deutschland geborene und seit 1950 zugewanderte Personen sowie deren Kinder) 23,6 Prozent.

Bevölkerungsprognose

Verschiedenen Prognosen zufolge wird die Bevölkerung Nordrhein-Westfalens in den kommenden Jahrzehnten deutlich schrumpfen. Die Bevölkerungsvorausberechnung der Statistikbehörde des Landes sagt eine Gesamtbevölkerung von nur noch 16,16 Millionen für das Jahr 2050 voraus. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird der Prognose nach bis 2050 auf fast 30 Prozent steigen.

Lt. der Prognose von IT.NRW aus 3/2016 geht der Bevölkerungsrückgang einher mit dem Rückgang der Erwerbspersonen für den Zeitraum 2014 bis 2040. Man rechnet mit einem Rückgang um rd. 7,9 % oder 693.000 Erwerbspersonen (bei den Männern um 5,2 % oder 248.000 von 4.739.000 auf 4.491.000 bzw. bei den Frauen um 11,1 % oder 445.000 von 4.013.000 auf 3.568.000).

Die Ergebnisse dieser Bevölkerungsprognosen fassen folgende Tabellen zusammen:

{| class="wikitable zebra" style="float:left; margin-right:24px; text-align:right;"
|+ Prognose 2011 (Destatis)<ref name="DESTATIS" />
! Datum !! Einwohner
|-
| 31. Dezember 2010 || 17.818.000
|-
| 31. Dezember 2015 || 17.596.000
|-
| 31. Dezember 2020 || 17.364.000
|-
| 31. Dezember 2025 || 17.112.000
|-
| 31. Dezember 2030 || 16.832.000
|-
| 31. Dezember 2035 || 16.510.000
|-
| 31. Dezember 2040 || 16.136.000
|-
| 31. Dezember 2045 || 15.702.000
|-
| 31. Dezember 2050 || 15.219.000
|-
| 31. Dezember 2055 || 14.716.000
|-
| 31. Dezember 2060 || 14.230.000
|-
|}
{| class="wikitable zebra" style="float:left; margin-right:24px;"
|+ Prognose 2011
(Wegweiser Kommune)
! Datum !! Einwohner
|-
| 31. Dezember 2009 || 17.860.460
|-
| 31. Dezember 2015 || 17.659.710
|-
| 31. Dezember 2020 || 17.445.490
|-
| 31. Dezember 2025 || 17.196.820
|-
| 31. Dezember 2030 || 16.907.040
|-
|colspan="2"| Quelle: Bertelsmann Stiftung
|-
|}
{| class="wikitable zebra" style="float:left;"
|+ Prognose 2014
(Landesbetrieb IT.NRW)
! Datum !! Einwohner
|-
| 1. Januar 2014 || 17.571.900
|-
| 1. Januar 2020 || 17.702.000
|-
| 1. Januar 2025 || 17.737.300
|-
| 1. Januar 2030 || 17.708.900
|-
| 1. Januar 2035 || 17.602.200
|-
| 1. Januar 2040 || 17.491.100
|-
| 1. Januar 2045 || 17.321.600
|-
| 1. Januar 2050 || 17.091.100
|-
| 1. Januar 2055 || 16.813.700
|-
| 1. Januar 2060 || 16.522.400
|-
|}

Identifikation und kulturelle Identität

Nordrhein-Westfalen wird als ein ?Bindestrich-Land? bezeichnet, weil es unter dem maßgeblichen Einfluss der Besatzungsmacht Großbritannien in den Jahren 1946 und 1947 aus drei historisch unterschiedlichen Landesteilen gebildet wurde und seither noch keine besonders starke Identifikation mit dem Land entstanden ist. als Ganzes einzubetten, zurück. Wirtschaftlich waren die Räume des Landes bereits früh, teilweise eng, miteinander verflochten.

Die Bewohner der drei Landesteile Westfalen, Lippe und Rheinland haben seit 1946 durchaus eine gewisse Identifikation mit dem Land entwickelt. Besonders seit den 1980er Jahren war ein Durchbruch zu einer deutlichen Landesidentität zu beobachten.

Während im 19. Jahrhundert einzelne Territorien auf dem Gebiet des späteren Nordrhein-Westfalen (etwa das Herzogtum Kleve<ref group="A">Die Stadt Kleve war im 17. Jahrhundert neben Königsberg und Berlin eine der drei Residenzstädte des Kurfürstentums Brandenburg.</ref>, die Grafschaft Mark und Minden-Ravensberg) bereits seit Jahrhunderten mit Brandenburg-Preußen verbunden waren, pflegten viele Bewohner (insbesondere der säkularisierten, ehemaligen geistlichen Territorien wie Kurköln und die Fürstbistümer Münster und Paderborn) als ?Musspreußen? ein weitgehend distanziertes Verhältnis zum preußischen Staat. Zum Ausdruck kam dies etwa während der Kölner Wirren, die in der Verhaftung des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering gipfelten und die die Entstehung eines politischen Katholizismus im Rheinland und in Westfalen förderten, des Weiteren im Köln-Düsseldorfer Verbrüderungsfest im Sommer des Jahres 1843, als rheinische Bürger sich für die Beibehaltung ihres Rheinischen Rechts engagierten. Die Kluft vergrößerte sich für viele durch das Scheitern der Märzrevolution und durch den Kulturkampf, die repressiven Maßnahmen gegen die Bindung vieler Rheinländer und Westfalen an die römisch-katholische Kirche und an den Ultramontanismus. Durch die Gegensätze des im ?fernen Berlin? zentral gesteuerten preußischen Staats wurde die rheinische und westfälische Identitätsentwicklung gefördert. Großen Einfluss hatte ferner, dass Preußen die Rheinländer, die bis dahin auf verschiedene Herrschaftsgebiete verteilt gewesen waren, nicht nur in der Rheinprovinz vereinigte, sondern auch die für das rheinische Selbstbild prägende Rheinromantik förderte, vor allem im Bereich Mittelrhein. Entsprechendes lässt sich über die Westfalen sagen, die ebenfalls im 19. Jahrhundert durch Preußen in der Provinz Westfalen vereinigt wurden.

Bei den Landesbewohnern mit ausländischer Migrationsgeschichte, deren Anteil gerade in den verstädterten und industrialisierten Regionen nicht gering ist, kommt als identitätsbildender Faktor zur Geltung, dass ihre Kultur und Identität durch die Lebenswelt ihrer unterschiedlichen Herkunftskulturen mitgeprägt wird,

Die alten Gegensätze zwischen den Landesteilen verblassen nur langsam. Die beiden Landschaftsverbände für Westfalen-Lippe und das Rheinland sind mit der regionalen Kulturpflege beauftragt und institutionalisieren gewissermaßen so die kulturräumliche Trennung des Landes. Mit Ostwestfalen-Lippe und insbesondere dem industriekulturell geprägten Ruhrgebiet sind aber mittlerweile auch landesteilübergreifende und neue identitätsstiftende Regionen entstanden. Durch den Prozess der europäischen Integration hat sich außerdem als eine weitere Identitätsebene ? oberhalb des vorherrschenden Selbstbildes der Nordrhein-Westfalen als Deutsche ? eine europäische Identität stärker ausgeprägt.

Über 60 Jahre nach der Gründung Nordrhein-Westfalens ist insgesamt festzustellen, dass das Landesbewusstsein, gefördert durch Veröffentlichungen, Veranstaltungen (z.?B. durch den Nordrhein-Westfalen-Tag), Auszeichnungen, Hoheitszeichen und Staatssymbole, Museen mit landesspezifischen Themen, den Bau und die Präsenz repräsentativer staatlicher Gebäude sowie durch Institutionen wie z.?B. den Westdeutschen Rundfunk, sich entwickelt und dass die Identität der Landesbewohner sich räumlich zunehmend an den Landesgrenzen orientiert. In unterschiedlicher Weise und Intensität haben die jeweiligen Ministerpräsidenten und Landesregierungen die nordrhein-westfälische Identität der Landesbewohner zu fördern und zu nutzen versucht, etwa Franz Meyers (Gründung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen),

Toleranz im bundesweiten Vergleich

In der ?Mitte-Studie? von 2015 wurde die Zustimmung zu ausländerfeindlichen Aussagen in einzelnen deutschen Bundesländern untersucht. 78,8 % der Nordrhein-Westfalen lehnten ausländerfeindliche Aussagen ab. Dies war die höchste Ablehnungsrate für ausländerfeindliche Aussagen in einem Flächenland (Bundesdurchschnitt: 75,7 %).

Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften

Größte religiöse Gruppe sind die .

Dialekte und Sprachen

Umgangs- und Amtssprache ist Deutsch. Die Dialekte und Sprachen in Nordrhein-Westfalen variieren wegen der kulturräumlichen Uneinheitlichkeit des Landesgebiets. Im rheinischen Landesteil finden sich überwiegend fränkische Dialekte, in Westfalen und Lippe vor allem westfälische Regiolekte des Hochdeutschen, die ihre Wurzeln in westfälischen Dialekten des Niederdeutschen haben. Das unter dem Einfluss von Immigration entstandene Ruhrdeutsch ist ein Beispiel für einen Regiolekt. Durch Sprachunterricht und Einwanderung hat sich die Mehrsprachigkeit der Bewohner im Laufe der letzten Jahrzehnte beträchtlich erhöht. Die Aussprache lautet auf </ref>

Persönlichkeiten

Nordrhein-Westfalen bzw. das Gebiet des heutigen Landes hat zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht. Mit an der Spitze internationaler Bekanntheit dürften der Komponist .

Bildung und Forschung

Das nordrhein-westfälische Schulsystem sieht nach einer vierjährigen Regelzeit auf der Grundschule den Besuch einer der weiterführenden Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule oder Sekundarschule vor. Höchste schulische Abschlussprüfung ist die Allgemeine Hochschulreife, die in der Regel nach dreijährigem Absolvieren der gymnasialen Oberstufe auf einer weiterführenden Schule als Zentralabitur abgelegt wird.

In den 1950er Jahren gab es in Nordrhein-Westfalen nur wenige Universitäten, darunter die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster, die Universität zu Köln und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Seit den 1960er Jahren wurden vermehrt neue Hochschulen gegründet. An den nordrhein-westfälischen Hochschulen sind im Wintersemester 2014/2015 mehr als 700.000 Studenten eingeschrieben. Die Universitäten in Bochum, Duisburg/Essen, Hagen, Köln und Münster sowie die RWTH Aachen sind die Universitäten mit den größten Studierendenzahlen des Landes und gehören zu den zehn größten Universitäten in Deutschland. Insgesamt hat das Land (Stand 2015) inklusive der Fachhochschulen 30 öffentliche Hochschulen, sieben staatliche Kunst- und Musikhochschulen, 30 anerkannte private und kirchliche Hochschulen sowie fünf Fachhochschulen, die nicht der Dienst- und Fachaufsicht des Landes unterliegen.

Neben den sonstigen Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft ist vor allem das Forschungszentrum Jülich als eine der größten Forschungseinrichtungen Europas bekannt. Die NRW Graduate Schools sind Einrichtungen der Spitzenforschung innerhalb der bestehenden Universitäten.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

''Land von Kohle und Stahl'' war in den 1950er und 1960er Jahren eine durchaus treffende Selbst- und Fremdbeschreibung für Nordrhein-Westfalen. Der montanindustriell geprägte Raum an Rhein und Ruhr war eine der wichtigsten Industrieregionen Europas und trug zum Wiederaufbau und zum Wirtschaftswunder nicht nur im Land, sondern in der gesamten Bundesrepublik entscheidend bei. Seine Zukunft war nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Ruhrfrage zunächst international politisch umstritten gewesen. Über das Ruhrstatut und den Schuman-Plan wurde ab Ende der 1940er Jahre der Weg hin zu einer europäischen Vergemeinschaftung des Montansektors in Gestalt der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl beschritten. Spätestens seit den 1960er Jahren machte sich die starke Ausrichtung des Ruhrgebiets auf die Montanindustrie dann als Monostruktur negativ bemerkbar. Immer wiederkehrende Stahl- und Kohlekrisen ließen den montanindustriellen Sektor immer mehr zusammenschmelzen. Dagegen erlebten im produzierenden Sektor die Unternehmen jenseits des Ruhrgebiets, insbesondere im Maschinenbau sowie in der metall- und eisenverarbeitenden Industrie, einen erheblichen Aufschwung. Der Strukturwandel fiel in Nordrhein-Westfalen regional sehr unterschiedlich aus. Während immer noch Teile des alten Reviers hohe Arbeitslosenzahlen aufweisen, hat sich ein Strukturwandel von der überwiegend industriell geprägten Gesellschaft zur Wissensgesellschaft vollzogen.

Trotz der Strukturprobleme und des jahrelangen unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums war das Land mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 624,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 das wirtschaftsstärkste Land Deutschlands und eines der wichtigsten Wirtschaftszentren der Welt. Das Land erwirtschaftete 2014 rund 21,5 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung. Bei der Betrachtung des Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner liegt Nordrhein-Westfalen im Mittelfeld der Länder Westdeutschlands.<ref name="VGRdL"></ref>

Nach Erhebungen des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Fortune haben vier der hundert umsatzstärksten Unternehmen der Welt ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.

{| class="wikitable"
|+Entwicklung der Arbeitslosenrate
!Jahr
!2000
!2001
!2002
!2003
!2004
!2005
!2006
!2007
!2008
!2009
!2010
!2011
!2012
!2013
!2014
!2015
!2016
!2017
!2018
|-
|Arbeitslosenquote in %
|9,2
|8,8
|9,2
|10,0
|10,2
|12,0
|11,4
|9,5
|8,5
|8,9
|8,7
|8,1
|8,1
|8,3
|8,2
|8,0
|7,7
|7,4
|6,8
|}

Verkehr

Einhergehend mit der zentralen Lage im vom 6. August 2016, abgerufen am 7. August 2016</ref>

Der Bahnhof Köln Eifeltor ist Deutschlands größter Containerumschlagbahnhof für den kombinierten Frachtverkehr Schiene/Straße. Im Güterverkehr zählt der Bahnhof Hagen-Vorhalle zu den größten Rangierbahnhöfen Deutschlands.

Der Duisburger Hafen gilt als Verkehrsdrehscheibe der deutschen Binnenschifffahrt. Bedeutendste Binnenwasserstraße in Nordrhein-Westfalen ist der Rhein. Daneben spielen der Rhein-Herne-Kanal (RHK), der Wesel-Datteln-Kanal (WDK), der Datteln-Hamm-Kanal (DHK) und der Dortmund-Ems-Kanal (DEK) eine bedeutende Rolle für Binnenschifffahrt.

Die beiden wichtigsten Drehkreuze im internationalen Flugverkehr sind die Flughäfen Düsseldorf (drittgrößter deutscher Flughafen nach Passagierzahlen) und Köln/Bonn (drittgrößter deutscher Flughafen nach Frachtaufkommen). Weitere Flughäfen mit regelmäßigem Linien- und Charterverkehr sind der Flughafen Dortmund, der Flughafen Niederrhein, der Flughafen Münster/Osnabrück und der Flughafen Paderborn/Lippstadt.

Kultur und Freizeit

Kunst- und Kulturlandschaft

Die Förderung von Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen ist in der Landesverfassung als ein Staatsziel festgeschrieben. Eine bedeutende Rolle bei der nationalen und internationalen Förderung des Films und der Medien spielt die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen. Vergleichbares leistet die Kunststiftung NRW für den Bereich Kunst und Kultur.

Kennzeichnend für die Kunst- und Kulturszene Nordrhein-Westfalens ist ihre Vielfältigkeit und ihr Polyzentrismus. Gründe dafür liegen unter anderem in den ausgeprägten regionalen Unterschieden des Landes in kulturräumlicher Sicht, deren auffälligste Kulturgrenze zwischen Westfalen-Lippe und dem Rheinland verläuft, und in der Landesgeschichte, die das Entstehen einer auch in kultureller Hinsicht dominierenden Metropole oder Residenzstadt nicht ermöglichte. Bedeutende Kultureinrichtungen finden sich daher über das Land verteilt. Impulse für die Kultur- und Kunstentwicklungen im heutigen Land gingen nur selten ?von oben aus?. Besonders die Arbeiterkultur im Ruhrgebiet ist dafür ein Beispiel. Die Arbeiterkultur bildete eine der Wurzeln für den Wandel des Ruhrgebiets von einer industriell dominierten Region hin zu einer ?Kulturmetropole?, die ? wie andere Industrieregionen Nordrhein-Westfalens ? ihre Industriekultur weiter als wichtigen Bestandteil ihrer kulturellen Identität sieht. 2010 war das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas.

Mit der ''Art Cologne'' ist in Nordrhein-Westfalen die größte Kunstmesse Deutschlands und die älteste der Welt beheimatet. Weitere bekannte Kunstmessen sind die ''Art Düsseldorf'', die ''Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf'' und der ''Rundgang'' der Kunstakademie Düsseldorf. Düsseldorf und Köln sind bekannt als Zentren der Kunst und des Kunsthandels sowie Standorte bedeutender Kunstsammlungen und Ausstellungshäuser, darunter in Düsseldorf die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die Kunsthalle Düsseldorf, das Museum Kunstpalast und das NRW-Forum, in Köln die Gemäldegalerie Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud sowie das Museum Ludwig. In Dortmund befindet sich das Museum Ostwall. Essen ist Standort des Museums Folkwang und in Münster befindet sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Auf der Museumsmeile in Bonn befinden sich mit dem Kunstmuseum Bonn und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland zwei der bedeutendsten Kunstmuseen des Landes. Zu den bedeutendsten Theaterbühnen Deutschlands zählen das Schauspielhaus Bochum und das Schauspiel Köln. Das einzige Staatstheater Nordrhein-Westfalens ist das Düsseldorfer Schauspielhaus. Die bekanntesten Opernhäuser sind die Oper Köln, das Opernhaus Dortmund, das Aalto-Theater in Essen sowie die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg. Das Theater Dortmund stellt eines der großen Dreispartenhäuser in Deutschland dar. Das Konzerthaus Dortmund, die Tonhalle Düsseldorf, die Philharmonie Essen und die Kölner Philharmonie sind die bekanntesten Konzerthallen des Landes. Bekannteste Kunsthochschulen sind die Kunstakademie Düsseldorf, die Hochschule für Musik Detmold und die Folkwang Universität der Künste.

Architektur

Die größte Touristenattraktion des Landes und zugleich der Bundesrepublik ist der Kölner Dom mit rund sechs Millionen Besuchern jährlich. Neben dem Kölner Dom zählen auch der Aachener Dom und die Schlösser Augustusburg und Falkenlust, seit 2001 die Zeche und Kokerei Zollverein sowie seit 2014 auch das Kloster Corvey zu den UNESCO-Welterbestätten des Landes. Die Zeche ist das herausragendste Beispiel zahlreicher Industriedenkmäler in den Städten an Rhein und Ruhr, deren historische Innenstadtbereiche dagegen im Zweiten Weltkrieg oder bereits während der Industrialisierung vielfach zerstört wurden. Als Staat drückt sich Nordrhein-Westfalen durch eine Vielzahl staatlicher Bauten aus, insbesondere durch den Landtag Nordrhein-Westfalen und die Gebäude der Landesregierung im Regierungsviertel von Düsseldorf. Ludwig Mies van der Rohe ist der weltweit wohl bekannteste Architekt aus dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens.

Natur

Die Natur in Nordrhein-Westfalen ist typisch für den mitteleuropäischen Naturraum. Verbreitet sind in Nordrhein-Westfalen vor allem Arten, die an ausgeräumte Kulturlandschaften oder waldige Mittelgebirgslandschaften angepasst sind. Die ursprüngliche artenreiche Flora und Fauna ist jedoch aufgrund der hohen Siedlungsdichte, der großen Industriezentren des Landes, des Bergbaus, der fast flächendeckenden landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzung sowie der fast völligen verkehrstechnischen Erschließung wie in kaum einer anderen Region Europas bedroht. Der Strukturwandel im Ruhrgebiet und Umweltschutzmaßnahmen führten insgesamt zu einer starken Verbesserung der Luft- und Wasserqualität in der Region Rhein-Ruhr. Nordrhein-Westfalen ist etwa zu 25 Prozent bewaldet. Für den Naturschutz und die Naherholung für die Bewohner der dichtbesiedelten Region Rhein-Ruhr weisen daher vor allem die bewaldeten Mittelgebirgsregionen des Landes eine bedeutende Rolle auf. Nordrhein-Westfalen hat Anteil an 14 Naturparks. Der größte dieser Parks ist der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge in Ostwestfalen-Lippe. Mit dem Nationalpark Eifel besitzt das Land seit 2004 einen Nationalpark.

Tourismus

Die Beherbergungsbetriebe des Landes hatten im Jahr 2012 etwa 20 Millionen Gäste, die insgesamt rund 45,4 Millionen Mal übernachteten. Die meisten Übernachtungen wurden 2012 im Reisegebiet Teutoburger Wald verzeichnet (6,5 Millionen), gefolgt vom Sauerland und dem Reisegebiet ?Köln und Rhein-Erft-Kreis? mit jeweils 6,2 Millionen Übernachtungen. Die Übernachtungszahl ausländischer Gäste lag 2012 bei über 9,2 Millionen. Dabei sind die Gäste aus den Niederlanden mit rund 25,2 Prozent der Übernachtungen die bedeutendste Gruppe. Mit deutlichem Abstand folgen Touristen aus dem Vereinigten Königreich (7,7 Prozent), Belgien (6,3 Prozent), den USA (5,2 Prozent) und Frankreich (4,1 Prozent).

Kulinarisches

In Bezug auf die nordrhein-westfälische Küche ist wieder die Zweiteilung in einen rheinischen und westfälisch-lippischen Teil zu erkennen. Zu der Rheinischen Küche zählen auch die Küchen des Niederrheins und des Bergischen Landes. Die Westfälische Küche und die hierzu zählende Lippische Küche sind im weiteren Sinne ein Teil der norddeutschen Küche. Die Westfälische Küche ist vor allem deftig, ein Beispiel ist Westfälischer Schinken auf Pumpernickel. Auch andere Fleisch-, Wurst- und Brotspezialitäten spielen dort eine große Rolle. Die Rheinische Küche ist ebenfalls bodenständig, erscheint im Vergleich zur Westfälischen Küche aber etwas raffinierter. Ein bekanntes Beispiel für Rheinische Küche ist der Rheinische Sauerbraten. Im Südwesten des Landes am Rhein wird Wein im Weinbaugebiet Mittelrhein (Großlage Petersberg) angebaut. Ansonsten ist Nordrhein-Westfalen ein ?Bierland?. Neben dem vor allem in Westfalen verbreiteten Pils, das in den 1970er Jahren das bis dahin vorherrschende Exportbier zurückdrängte, gibt es mit Altbier und Kölsch zwei obergärige Biersorten, die vor allem im Rheinland verbreitet sind.

Sport

Der Sport in Nordrhein-Westfalen wird vor allem durch den Fußball geprägt. Nicht nur alleine durch seine Größe und Bevölkerungsdichte zu erklären, weist die Region Rhein-Ruhr eine besonders hohe Dichte erfolgreicher Fußballvereine auf. Zur Tradition der Bergarbeiter im Revier zählte immer auch der Fußball. In der Fußball-Bundesliga ist Nordrhein-Westfalen gemessen an der Einwohnerzahl meist überrepräsentiert. Bundesliga-Vereine sind zurzeit Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, der FC Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, Bayer 04 Leverkusen, der SC Paderborn und der 1. FC Köln. Das größte Fußballstadion Deutschlands ist mit über 80.000 Plätzen das Westfalenstadion in Dortmund. Neben dem Fußball werden in Nordrhein-Westfalen aber auch viele andere Sportarten betrieben. Besonders viele Zuschauer ziehen dabei Handball, Eishockey und Basketball an.

Feiertage

Neben den bundesweit gültigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Nordrhein-Westfalen Fronleichnam und Allerheiligen gesetzliche Feiertage.

Der Landtag hat am 24. Juni 2015 beschlossen, dass am 31. Oktober 2017 einmalig der Reformationstag als Feiertag begangen wird.

Auszeichnungen

Das Land Nordrhein-Westfalen verleiht bzw. dotiert folgende Auszeichnungen:

Bekannte Preise, die von privaten Organisationen in Nordrhein-Westfalen verliehen werden, sind:

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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Anmerkungen

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Einzelnachweise

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